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Der Traum von vollmundigen Lippen oder Schmautzmund ist für viele Personen ein hohes Schönheitsideal. Von der Geburt an kann man schmale, dünne Lippen haben, die einem einen ernsthaften Ausdruck verleihen oder die Lippen werden durch das Altern verändert. Die Unterhaut und der Ringmuskel der Lippen werden auf Grund der hormonellen Umstellung dünner und das Bindegewebe wird erschlafft. Die Haut die direkt auf dem Ringmuskel liegt folgt deren Faltelung bei mimischen Bewegungen und die Haut wird faltenreich. Die Bindegewebserschlaffung verlängert die Lippen so dass das Lippenweiss der Oberlippe verlängert wird währenddessen das Lippenrot verdünnt wird. Normalerweise ist der Ûbergang zwischen dem Lippenrot und dem Lippenweiss erhaben und stark markiert und diese Kontur wird mit der Zeit entschärft. Die Veränderungen an der Unterlippe sind nicht so auffallend wie auf der Oberlippe. Das Lippenrot an der Unterlippe ist normalerweise etwas breiter als auf der Oberlippe.
Es gibt verschiedenartige Behandlungsmöglichkeiten je nach dem erwünschten Ziel.
Verbreiterung des Lippenrotes:
Eine Verbreiterung des Lippenrotes kann nur durch eine Operation erzielt werden.
Der Engriff wird in Dämmerschlafnarkose und örtlicher Betäubung durchgeführt.
Verürzung der haut
an der Nasenbasis (Oberlippe):
Diese Operation gibt nur bei älteren Personen einen Erfolg. Es wird einen
Möwenflügelförmigen Hautstreifen an der Nasenbasis ausgeschnitten, die beim
Zusammennähen das Lippenweiss nach oben zieht. Diese Methode hinterlässt eine
Narbe an der Nasenbasis und bei jüngeren Personen erfolgt oft keine Verkürzung.
Verkürzung der Haut
an der Lippenkante (Ober- und Unterlippe):
Eine sehr effektive Methode, die aber sichtbare Narben hinterlässt. Der erhabene
Übergang zwischen Lippenrot und Lippenweiss wird eliminiert und diese Methode
wird nicht empfohlen. Vorwärtsverschiebung der Schleimhaut (Ober- und Unterlippe):
Auf der Innenseite der Lippe kann die Schleimhaut nach vorne verschoben werden
so dass die Breite des Lippenrotes vergrössert wird. Diese Methode hat keinen
Einfluss auf der Fülle. Der Langzeiterfolg scheint nach eigener Erfahrung
zweifelhaft zu sein. Diese Methode kann Einziehungen (Furchen) im Lippenrot
verursachen.
Schleimhautverpflanzung
von den Wangen (Ober- und Unterlippe): Von den Innenseiten der Backen
werden passende lange und breite Schleimhautstreifen ausgeschnitten, die an
einem Stiel in die Lippe hineingedreht wird. Sowohl die Fülle als auch die
Breite der Lippe wird grösser und der Effekt ist bleibend.
Die Durchblutung des Schleimhautstreifens kann leider gedrosselt werden und
Teile von oder der ganze "Lappen" kan verlorengehen und der Defekt heilt dann
mit Narbenbildung. Diese kann Einziehungen in der Lippe hervorrufen.
Verdickung der Lippen:
Alle diese Eingriffe können in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.
Schleimhautverschiebung:
Siehe oben.
Fett- Lederhautimplantation:
Ein Transplantat das ebenso lang ist wie die Lippe breit ist wird aus einer
geeigneten Stelle entnommen (Leistenbeuge oder um eine befintliche Narbe herum)
und dieses Transplantat wird durch kleine Schnitte an den Mundwinkeln eingeführt.
Vorteil: Kurzdauernde
Operation. Körpereigenes Material.
Nachteil: Narben an der Entnahmestelle falls keine alte Narbe verwendet
wird. Das Transplantat kann teilweise abgebaut werden.
Muskelhautimplantation:
In der haarbedeckten Kopfschwarte wird ein Muskelhautstreifen entnommen. Diese
hinterlässt eine ebenso lange Narbe wie die Lippe breit ist, die jedoch von
Haar bedeckt wird. Die Muskelhaut wird auf dieselbe Weise wie die Lederhautimplantation
durchgeführt.
Vorteil: Kleine,
kurzdauernde Operation. Körpereigens Material.
Nachteil:
Das Transplantat kann teilweise resorbiert werden.
Gore-Texschlauch:
Ein 2 oder 3 mm dicker Schlauch aus Gore-Tex, ein Material das körperfreundlich
ist, wird auf dieselbe Weise wie das Fett-Lederhaut-stransplantat eingeführt.
Vorteil: Sehr kurze
Operation. Bleibender Effekt.
Nachteil: Körperfremdes
Material.
Leichenhautimplantation:
Hautpreparate von Leichenhaut die gesondert behandelt worden sind und total
keimfrei sind wird auf dieselbe Weise wie der Gore-Texschlauch einegeführt.
Nachteil: Gewisse Schrumpfung kann vorkommen. Sehr teuer.
Injektionen:
Collagen (z.B. Zyderm)Kurzdauender
Effekt.
Hyaluronsäure (z.B. Restylan) Kurzdauender Effekt.
Silikon Wird nicht angeboten.
Glasfaserperlen (z.B. Artecoll) Bleibend.
Fett: Kurzdauender Effekt.
Eingenfett wird
von einer geeigneten Stelle in eine Spritze abgesaugt.
Das Fett wird präpariert und in die Lippe eingespritzt.
Nachsorge
Alle Manipulationen an
den Lippen verursachen eine vorübergehende, kräftige Schwellung, die innerhalb
von einer Woche abklingt. Injektionsbehandlungen schwellen wesentlich rascher
ab. Leichtere Schmerzen können nach der Behandlung vorkommen.
Bei lokalen Schleimhautplastiken sind die Lippen für ca. 10 Tagen geschwollen.
Man sollte flüssige Nahrung die ersten 3 Tagen einnehmen. Wird die Durchblutung
gestört, können bei Schleimhautverschiebungen Teile davon oder das ganze Gewebetück
absterben (Nekrose). Es entstehen Narbenbildungen die Deformitäten hervorrufen
können. Bei Fremdkörperimplantationen können gegebenenfalls Infektionen die
Entfernung des Materials notwendig machen.
Jedes implantierte Material kann als eine Verdickung in der Lippe getastet
werde. Fremdkörpermaterial kann etwas deutlicher getastet werden. Eingespritzes
Material kann sich verklumpen.
Fremdkörpermaterial kann sich verschieben.
Aus chirurgischer Sicht ist der Mund unsauber und Infektion kann trotz antibiotischer
Abschirmung vorkommen.
AQUAMID
Neulich wurde
ein neues Präparat für permanente Weichteilsvergrösserung durch Injektionen,
Aquamid®, eingeführt. Informationen betr. dieser Behandlung wird vor der traditionellen
Information über Kinn- und Jochbeinaufbau eingefügt, da die Verwendung von
Aquamid® nach Meinung der Klinik wahrscheinlich die übrigen Verfahren für
diese Indikation ersetzen wird.
Im allgemeinen sind Gewebevergrösserungen, wie z.B. die Busen-, die Lippen-,
die Kinn-, die Backenknochen- oder die Wadenvergrösserung lange sehr gefragte
Korrektionen gewesen. Lange hat man auch versucht gute Stoffe für diesen Zweck
zu finden. Am liebsten injizierbares Materal um eine anspruchsvolle Operation
mit langer Verheildauer und damit verbundenen Risiken zu vermeiden. Durch
die Jahre sind einspritzbare Stoffe mit einer vorübergehenden Fülleffekt verwendet
worden, wie z.B. Collagen, Hyaluronsäure, wobei man jedoch wiederholte Einspritzungen
vornehemen muss, da diese Stoffe alle von Körper abgebaut werden. Allergische
Reaktionen sind auch beschrieben worden. Andere verbleibende Materialien zum
Einspritzen gibt es auch, jedoch mit einigen Nachteilen wie fühlbare Klumpenbildung
und teilweisen Abbau. Andere Stoffe und Eigengewebe können inplantiert werden
um Füllung oder Vergrösserung zu erziehlen. . Für mehr umfassende Vergrösserung
wie die Busenvergrösserung, Muskelvergrösserungen, Povergrösserung oder Wadenvergrösserung
können z.Z. nur Implantate benutzt werden.
Neulich wurde das
Präparat Aquamid® für Korrektionen im Gesichtsbereich behördlich für den Europäischen
Markt freigegeben. Nach erweiterten klinischen Erfahrungen und Forschung werden
höchstwahrscheinlich demnächst weitere Behandlungsindikationen hinzukommen.
Das Gel ist gut über 10 Jahre in anderen Ländern hauptsächlich zur Brustvergrösserung
und Gesichtskorrektionen mit Erfolg benutzt worden. Die kosmetischen Resultaten
waren ausserordentlich gut mit einer Komplikationsrate von so niedrig wie
0,02 %. Eine medizinische Nachuntersuchung einer zufällig gewählten Gruppe,
die eine Brustvergrösserung mit eingespritztem Gel mindestens 3 Jahre vor
der Untersuchung durchgemacht hatten, zeigte keine ernsthaften oder anderen
Nebenwirkungen die in Relation zum Gel gebracht werden konnten.
Das Gel ist neutral, ungiftig und besteht aus einer stabilen Kette von Polyakrylamid,
welches nicht mit dem giftigen Akrylamid verwechselt werden sollte. Das Gel
besteht zu 90 % aus Wasser und kann direkt durch die Haut eingesprizt werden.Das
Gel wird zu einem stabilen Bestandteil des Bindegewebes und wird nicht abgebaut.
Sollte das Gel wieder entfernt werden, kann der grösste Teil innerhalb
der ersten 8 Monate abgesaugt werden. Nach dieser Zeit hat man festgestellt,
dass Bindegewebe in das Gel hineinwächst und eine totale Entfernung nur durch
eine Operation möglich macht.
Diese Information betrifft hauptsächlich der derzeitigen amtlichen freigegeben
Indikation, nämlich die Verwendung des Aquamids® im Gesichtsbereich.
Prinzip: Durch eine Injektion mit einer dünnen Kanüle wird das
Gel dorthin gebracht wo es durch eine Ausfüllung einen kosmetischen Effekt
ausübt. Die typischen Regionen sind: Backenbein, Kinn, Backen, Lippen, Nase,
Nasolabialfalten und tiefere Falten. Für oberflächliche, feine Falten ist
das Aquamid® nicht geeignet!
Eine kurzdauernde Schwellung und Rötung können entstehen, die innerhalb der
ersten 12 Stunden wieder abklingen.
Schmerzen kommen nicht vor.
Die Injektion wird unter örtlicher oder regionaler Betäubung durchgeführt.
Die Betäubung führt dazu, dass das Gesicht sich angeschwollen und klobrig
anfühlt, aber keine Gefahr, es ist nicht sichtbar! Die Betäubung entweicht
innerhalb von einigen Stunden.
Keine Nachbehandlung ist erforderlich.
NEBENWIRKUNGEN:
· Bisher sind keine Nebenwirkungen mitgeteilt worden.
· Unebenheiten können entstehen. Entweder wird das implantierte Gel ausmassiert
und verteilt oder es wird ein wenig nachgespritzt. Aus diesen Gründen ist
es wichtig, dass die behandelnde Person eventuelle Nebenerscheinungen behandeln
kann.
· Bei jeder Injektion durch die Haut kann eine Entzündung entstehen. Gegebenenfalls
wird antibiotisch behandelt.
· Auf Grund örtlicher Schwellung bei der Behandlung kann es unter Umständen
schwierig sein die optimale erforderliche Menge zu beurteilen. Im Zweifelsfalle
ist es günstiger abzuwarten und bei einer nochmaligen Sitzung nachzuspritzen
als zu viel in der ersten Sitzung einzuspritzen.
Aquamid® wird demnächst für andere Indikationen freigegeben. Zu der Zeit werden
ergänzende Informationen kommen.
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