Bauchdeckenstraffung - Dermolipektomi

Mit den Jahren läßt die Elastizität des Bindegewebes allmählich nach und durch hormonelle Einwirkungen einer Schwangerschaft oder durch ein relatives Übergewicht, kann dieser Prozess beschleunigt oder verstärkt werden. Es verbleibt dann entweder ein faltenbildender Hautüberschuss, im Extremfall eine sog. Hautschürze, oder sogar eine Vorwölbung des ganzen Bauches als Folge einer Muskelschwäche. Diese Erscheinungen können sowohl bei hageren wie bei fettleibigen Personen vorkommen.

Prinzip: Das Ziel dieser Operation besteht darin, eine schlaffe, faltenbildende Hautbedeckung zu straffen und bei vorhandener Vorwölbung der Bachdecke diese durch eine Muskelstraffung zu beseitigen. Bei vermehrter Fettmasse wird diese durch Fettabsaugen verringert. Fettabsaugen allein ist in diesen Fällen nicht angebracht.

Technik: Mit Einführung der endoskopischen Technik ( "Knopflochchirurgie"), ist es möglich, eine Straffung der Bauchdeckenmuskulatur durch zwei kleine Schnitte, ein am Nabel und ein an der Schambehaarung, zu vollziehen. Dies kann mit gleichzeitigem Fettabsaugen kombiniert werden. Besteht ein Hautüberschuß, wird diesen durch diesen Eingriff nicht sonderlich beeinflußt.
In übrigen Fällen wird die Haut und Unterhaut von der Muskulatur durch einen tief liegenden Schnitt bis zum Rippenbogen gelöst und anschließend nach unten gezogen und passend gekürzt. Ggf. wird die Muskulatur mit mehreren groben Fäden gestrafft. Der Nabel soll am üblichen Platz bleiben, weshalb dieser umschnitten wird. Die Narben verlaufen quer über den Unterbauch in Höhe der Leistenfalten und der Schambehaarung vom Beckenkamm zum Beckenkamm und um den Nabel herum. In einigen Fällen, wo der Hautüberschuß nur geringfügig ist, genügt ein kürzerer Schnitt und ohne Umschneidung des Nabels. Bei vorhandenen Fetteinlagerungen, werden diese durch Fettabsaugen beseitigt. Zwei Dränageschläuche werden unter die Haut gebracht und diese werden am ersten oder zweiten Tag nach der Operation gezogen.
Ein komprimierender Bauchgürtel wird angelegt, der 8 - 10 Tagen getragen werden soll.
Es ist, im chirurgischen Sinne, eine recht große Operation die einen recht unbequemen unmittelbaren Heilungsablauf hat. Man sollte sich möglichst ruhig und langsam bewegen, vor allem bei Lageänderungen ( Hinsetzen, Aufstehen u.s.w. ) und etwas vorgebeugt stehen und gehen um Zerrungen an den Wunden zu vermeiden. Dies gilt für die ersten 10 Tagen. Nach etwa drei Wochen können fast alle normale Tätigkeiten wieder aufgenommen werden.

Operationsdauer: 2 - 3 Stunden.

Betäubungsform: Vollnarkose.

Nachsorge:

Komplikationen

Die hier angeführten, unerwünschten, biologischen Ereignisse kommen mit einer gewissen Häufigkeit bei dieser Operation vor. Diese sollten als kalkülierte Risiken eingestuft werden

Nachblutung: Nach jeder Operation können Nachblutungen entstehen. Bei kräftiger Nachblutung muß die Wunde wieder geöffnet werden. Dieses Risiko wird durch Einnahme von Azetyl-Salizyl-Säure ( Schmerztabletten ) und Vitamin E erhöht. Diese sollten möglichst ab zwei Wochen vor dem geplanten Eingriff vermieden werden.

Infektion: Trotz aseptische Vorsichtsmaßnahmen können Entzündungen entstehen. Gegebenenfalls wird antibiotische Behandlung verordnet.

Gefühlosigkeit: Da die Hautnerven durch den Eingriff durchtrennt werden, fühlt sich die Haut taub an. Dies ist unvermeidlich. Normalerweise kehrt das normale Gefühlssinn innerhalb von einigen Monate vollständig zurück. In einzelnen Fällen kann ein permanentes Taubheitsgefühl bestehen bleiben.

Schwellung: Alle Wundheilungsabläufe des Körpers unterlaufen einer Phase der Schwellung. Oberhalb der unteren Narbe verbleibt die Schwellung für einigen Monate bestehen, da die Gewebsflüssigkeit die narbige Barriere nicht passieren kann.

Flüssigkeitsansammlungen ( SEROM ): Die Haut liegt nach der Operation wie ein Deckel über die Muskulatur. Bei normaler Heilung wird die Haut der Unterlage angewachsen und verschließt diesen Hohlraum. Es kommt vor, vorwiegend bei allzu lebhaften Bewegungen, daß diese Anheilung gestört wird wobei sich Gewebsflüssigkeit in den Hohlraum ansammelt. Dies zeigt sich als eine ballotierende Schwellung. Mit der Zeit wird diese Flüssigkeit vom Körper aufgenommen aber in einzelnen Fällen muß die Flüssigkeit Mittels einer Punktion abgesaugt werden. Deshalb ist das Tragen des Gürtels wichtig.

Durchblutungsstörung: Durch die Lösung der Haut können bei aufrechtem Gang Zerrungen und damit Durchblutungsstörung am „Hautlappen" entstehen. Diese Zerrkräfte sind in der Mitte des Lappens am größten. Entstehen Durchblutungsstörungen, kann der Hautlappen teilweise absterben und eine Wunde verursachen die vorerst abheilen muß. Dies kommt sehr selten vor!

Narben: Alle Narben sind anfänglich rötlich und verblassen innerhalb des ersten Jahres. Um eine bestehende Rötung oder Pigmentierung der Narbe zu vermeiden, sollte sie von direkter Sonnenbestrahlung während der ersten 6 Monaten geschützt werden ( auch Sonnenbank ).
Je nach Narbenbelastung oder individuellen biologischen Eigenschaften, können Narben durch Zerrungskräfte oder Heilungsstörungen verbreitet oder verdickt werden. Unter Umständen wird dann eine Narbenkorrektur notwendig.