Der weibliche Busen hat über die biologische Stillfunktion hinaus eine grosse Bedeutung für die Selbstdarstellung und Selbstidentifikation der Frau und damit auch eine soziale und sexuelle Bedeutung.
Die Körperideale in verschiedene kulturelle Regionen der Welt sind aus Tradition verschiedenartig festgelegt und diese Ideale werden dauernd durch die medialen Einflusse verändert. Jedoch setzt die einzelne Person ihre eigene Masstäbe und damit Ihre eigene Wünsche zu korrigierenden Eingriffe.
Biologisch gesehen hat die Grösse des Busens keine Bedeutung für das Stillvermögen, da die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft sich an die Gegebenheiten anpasst. Ein grosser Busen mit viel nicht milchproduzierender Fettmasse ist nicht unbedingt ein guter Milchproduzent. Während der Schwangerschaft führen die Hormone zu einer allgemeinen Auflockerung des Binde- und Stützgewebes.
Bei den meisten Frauen wird die Festigkeit des Bindegewebes nach der Schwangerschaft wieder normalisiert während die elastizität jedoch oft abnimmt. Denselben elastizitätsverlust sowie verminderte Hormonproduktion erfolgt mit steigendem Alter und die Schrumpfung der Drüse wird deutlich sichtbar.
Diese Mechanismen erklären die offensichtliche Form- und Grössenverändering des Busens mit dem Altern und nach Schwangerschaften auftreten können.Ein grosser hängender Busen kann, abgesehen von einer aesthetischen Disharmonie der Körperproportionen darzustellen, auch physische Leiden wie Schweregefühl, Rückenschmerzen, schäuernde BH-Bänder verursachen und ein rein mechanisches Hindernis darstellen. Gewöhnlich treten auch Ekzeme in der Brustfalte auf.
Prinzip:
Das Ziel ist die Brustdrüse und die Hautbedeckung zu vermindern sowie die Brust zu formen. Vor der Operation wird das Ausmaß der Verkleinerung bestimmt sowie die Plazierung der Brustwarzen, und dies wird auf der Brust eingezeichnet. Dieses ist ein wichtiger Teil des Operationsverfahrens.
Technik:
Dem eingezeichneten Muster folgend werden die Drüse und Haut abgetragen und das zurückbleibende Drüsengewebe geformt. Die Brüste werden nochmals durch Straffung der Haut konturiert. Die Narben verlaufen um die Warzen herum Ankerförmig bis zur Umschlagsfalte. Variationen im Narbenverlauf sind möglich und sie hängen vom Grad der Anhebung ab. Je längere Straffung, um so längere Narben sind erforderlich.
Gegebenenfalls werden Drainageschläuche eingeführt um eine eventuelle Nachblutung abzusaugen. Diese werden im allgemeinen nach 1-2 Tagen entfernt. Der ganze Brustkorb wird mit einem elastischen festen Verband versehen, der den Busen für 8-10 Tagen stützen soll. Die Brustwarzen behalten ihre Verbindung zum Drüsengewebe weshalb die Stillfähigkeit erhalten bleibt.
Betäubung:
Diese Eingriffe können sehr gut in Dämmerschlafnarkose kombiniert mit örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Vollnarkose kann auf Verlangen natürlich angeboten werden.
Operastionsdauer:
Z:a 3 Stunden.
Nachsorge:
- Trotz der großen Operation ist der weitere Verlauf im allgemeinen nur mit leichteren Schmerzen verbunden. Bei Lageänderungen werden gewisses Unbehagen empfunden.
- Müdigkeitsempfinden für 3-4 Tagen ist normal.
- Die Fäden werden nach 8-10 bzw. 14 Tagen entfernt.
- Man soll währned 3-4 Wochen im Rückenlage schlafen.
- Während der ersten 10 Tage sollten die Arme nicht über die Horizontalebene gehoben werden.
- Das Autosteuern ist während der ersten 2 Wochen verboten.
- Einen Sport-BH sollte nach dem Verbandwechsel Tag und Nacht 4 Wochen lang getragen werden.Danach normale Anwendung ein paar Monate lang (beugt dem Breiterwerden der Narben durch Streckung vor).
- Die Narben sollten mit chriurgischem, hautfreundlichem Klebestreifen für die Dauer von 1-2 Monaten entlastet werden.(siehe oben).
- Sonnenbestrahlung oder Sonnenbanklicht direkt auf die Narben während den ersten 6 Monate vermeiden ( Die Narben können permanen verfärbt werden).
- Vorübergehende Gefühlslosigkeit der Brustwarzen ist normal. In einigen wenigen Fälle verbleibt sie auf Dauer.
- Normal alltägliche Aktivitäten können fast unmittelbar wieder aufgenommen werden.
- Physische Aktivitäten ( Sport ) sollten für 1-2 Monaten unterbleiben.
Komplikationen
Die hier angeführten, unerwünschten, biologischen Ereignisse kommen mit einer gewissen Häufigkeit bei dieser Operation vor. Diese sollten als kalkülierte Risiken eingestuft werden
Blutung: Bei allen Operationen können Nachblutungen auftreten. Bei starker Blutung muß die Wunde wieder geöffnet werden. Diese Risiken vergrößern sich bei Einnahme von schmerzstillenden Mitteln und Vitamin E. Kleinere Blutungen verursachen Blutergüße an der Haut die nach z:a 2 Wochen verschwinden.
Infektion: Trotz aseptischer Technik können Infektionen bei allen Operationen auftreten. Gegebenenfalls wird Antibiotika verordnet.
Durchblutungsstörungen: Der normale Heilungsablauf erfordert genügender Durchblutung des Gewebes. Bei der Brustverkleinerung werden die Brustwarzen und Haut auf relativ kleine Gewebsstiele verschoben, durch welche die Blutzufuhr kommt. Normalerweise reicht dies aus. Bei extrem langen Verschiebungen vergrößert sich das Risiko für Störungen, was zu Wundheilungsstörungen führen kann. Das Fettgewebe ist schlecht durchblutet und bei fettreichen Brüsten können auch Wundheilung in der Tiefe vorkommen.
Gewebestraffung drosselt den Blutzufuhr. Die zentrale Narbe in der Brustfalte wird relativ starker Spannung ausgesetzt und hier sind Störungen im Heilungsverlauf üblich. Diesen wird durch Anwendung von BH und chirurgischem Klebestreifen entgegengewirkt.
Narbenbildung: Frische Narben pflegen 3-4 Monate rot zu sein. Während des ersten Jahres werden sie allmählich heller. Das Risiko für erhöhte und breitere Narben, s.g. Keloide, ist bei jüngeren Frauen größer.
Gefühlsverlust: Da die Brustwarzen umschnitten werden, können die Gefühlsnerven, die zu ihnen führen, schnittgeschädigt werden. Ûblich ist ein vorübergehender Gefühlsverlust, seltener ein solcher auf Dauer.