Die endoskopische Technik hat bislang nicht überzeugend gezeigt dass die Haut ohne sichbare Narben zu verursachen gestrafft werden kann. Die traditionelle Gesichtsstraffung mit Lösung und verschiebung der Weichteile am Mittelgesicht in verschiedene Kombinationen bleibt somit die einzige Möglichkeit das erstebte Ziel zu erreichen.
Technik:
Die Schnittführung verläuft in den Haaren am Scheitel, in den natürlichen Fältchen direkt vor dem Ohr, manchmal in den äußeren Gehörgang hinein, den Ohrläppchen umrundend in die Furche am Ohransatz hinter dem Ohr, dann zuletzt in die Haare im Nacken abgewinkelt hinein. Falls der Hals nicht gesondert korrigiert werden muß, hört der Schnitt am Ohrläppchen auf. Die Haare werden nicht rasiert. Die Haut wird ausgiebig gelöst und die Muskulatur und die Unterhaut werden gesondert verschoben und gestrafft. Die Haut wird dann passend gestrafft und gekürzt. Gegebenenfalls werden sichtbare Muskelbänder am Hals durch einen Schnitt unter dem Kinn gesondert gestrafft oder vorhandene Fettpolster abgetragen.
Bei geringstem Anzeichen von erhöhter Blutungsneigung werden Saugschläuche unter der Haut angebracht. Diese werden am Tag nach der Operation entfernt.
Es wird ein Kopfverband für 24 - 48 Stunden angelegt.
Betäubung:
Dämmerschlaf und örtlicher Betäubung. Der Eingriff erfolgt gänzlich ohne Schmerzen und mit voller Entspannung.
Nachsorge:
- Wenn die Wirkung der Lokalbetäubung nachläßt, kann ein kurzdauernder stärkerer Schmerz auftreten. Ansonsten sind die Schmerzen gering und können mit leichten Schmerzmitteln behoben werden.
- Eine erhebliche Gesichtsschwellung ist in den ersten Tagen zu erwarten. Diese klingt innerhalb von 10 Tagen ab. Eventuelle Blutergüsse können etwas länger verbleiben.
- Um die Abschwellung zu beschleunigen, sollte man in den ersten 2 Wochen auf erhöhtem Kopfende (2-3 Kopfkissen ) und auf dem Rücken liegend schlafen.
- Weiche Kost in den ersten 2-3 Tagen.
- Heftige Kopfbewegungen sind in der ersten Woche zu vermeiden. Daher ...
- Kein Autofahren in der ersten Woche .
- Nach Entfernen des Verbandes, täglich die Haare waschen.
- Die Fäden oder Klammern sollten je nach Eingriff am 4-5 Tag und am 8-10 Tag entfernt werden.
- Gesellschaftlicher Umgang kann in der Regel nach 8 - 10 Tagen wieder aufgenommen werden.
- Sportliche Aktivitäten sollten für 4 - 6 Wochen vermieden werden.
- Dauerwellen oder Haarefärben ist erst nach 4 - 6 Wochen erlaubt.
- Das Gesicht fühlt sich für die Dauer von 4 - 5 Wochen stramm an.
- Das Gesicht kann für 4 - 8 Wochen gefühlslos sein ( traditionellem Face-Lifting ).
- Die Haargrenzen werden nach oben-hinten als Folge der Hautstraffung verschoben. Dies ist unvermeidlich.
Komplikationen
Die hier angeführten, unerwünschten, biologischen Ereignisse kommen mit einer gewissen Häufigkeit bei dieser Operation vor. Diese sollten als kalkülierte Risiken eingestuft werden
Nachblutung: Nach jeder Operation können Nachblutungen entstehen. Bei kräftiger Nachblutung muß die Wunde wieder geöffnet werden. Dieses Risiko wird durch Einnahme von Azetyl-Salizyl-Säure ( Schmerztabletten ) und Vitamin E erhöht. Diese sollten möglichst ab zwei Wochen vor dem geplanten Eingriff vermieden werden.
Infektion: Trotz aseptische Vorsichtsmaßnahmen können Entzündungen entstehen. Gegebenenfalls wird antibiotische Behandlung verordnet.
Nervenbeschädigung ( Lähmung ): Der mimische Gesichtsnerv und dessen Äste verlaufen im Operationsgebiet, aber auf einer anderen Ebene, wo normal nicht operiert wird. Der Ast zur Stirn überquert den Jochbogen in nächster Nähe zum Knochen und bei der endoskopischen Lösung hier, besteht somit ein größeres Risiko diesen Ast zu beschädigen. Auch bei totalem Durchschneiden eines Nerves, kann dessen Funktion nach einigen Monaten zurückkehren.
Hautnekrose (Hauwunden): Bei ungünstigen Kreislaufverhältnissen ( Rauchen, Blutung, Entzündung, Druck, Spannungen ) kann der Blut-kreislauf zu der dünnen, gelösten Haut gestört werden und zu Heilungsstörungen mit Wundbildungen der Haut führen. Dies gilt vor allem beim traditionellen Face-lifting.
Narben: Die Narben werden allgemein sehr unauffällig. Auch bei Personen die am übrigen Körper zur Bildung von wulstigen Narben, sog. Keloide, neigen, werden die Narben im Gesichtsbereich im allgemein auch unauffällig. Die Narben hinter dem Ohr neigen anfänglich dazu, wulstig zu werden.
Haarausfall: Die Behaarung auf Haut, die gelöst und verschoben wird, ( Scheitelbereich, Kopfschwarte ), kann einige Monate lang dünner werden. Die Haargrenzen werden der Hautverschiebung entsprechend verlagert. Dies ist unumgänglich.
Rauchen: Das Rauchen verzögert den Blutkreislauf und Beinträchtigt den Heilungsverlauf. Das Rauchen sollte mindestens 2 Wochen vor demr geplanten Operation und während der Heilungsphase aufgegeben werden.